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Eingewassert

Wer wissen will, wie perfekte Winterlagerorganisation geht, der muss Harald Teichelmann kennenlernen. Harald ist der bisherige Betreiber des Yachthafens Kopperby und das, was man wohl als Macher bezeichnen würde. Er hat in den 4 Jahren, in denen er den Hafen betrieben hat, das Winterlager von Grund auf aufgebaut, Kran und Gabelstapler repariert, Böcke geschweißt, Transportssystem entwickelt und hat stets alles im Griff. Vor einigen Wochen stellte sich jedoch heraus, dass die bisherige Kranplattform in Kopperby nicht mehr zur Nutzung zulässig ist. Ein Riesenproblem. Denn das bedeutete, dass ein Autokran mit entsprechend langem Ausleger bestellt werden musste. Dieser stand nur zwei Tage zur Verfügung. Zwei Tage, an denen um die 70 Schiffe zu Wasser gelassen werden mussten. Jeder Eigner hat einen exakten Krantermin zugeteilt bekommen, Taktung: 10 Minuten. Das ist sportlich, denn es bedeutet 10 Minuten Zeit für: Gurte ums Schiff legen, kurz anheben, Balance sicherstellen, ggf. Antifouling auf die von den Stützen blockierten Stellen streichen, ins Wasser schwenken, Gurte ab, Wassereinbruch ausschließen, Motor starten, Kranplattform verlassen, nächstes Schiff bereit am Kranplatz. Schon Tage vorher hat Harald entsprechend der Kranreihenfolge Schiffs-Tetris gespielt und jedes einzelne Schiff per Gabelstapler so umsortiert, dass sie direkt in Kranreihenfolge auf dem Parkplatz standen. An jedem Schiff wurden per Kreide am Unterwasserschiff die Stellen gekennzeichnet, an denen die Gurte für optimale Balance liegen müssen.

Mein Krantermin war am Samstag um 12:00 Uhr. Per Mitfahrgelegenheit erreichte ich um 10 Uhr in Ruhe den Hafen in der Gewissheit, noch 2 Stunden zur Vorbereitung des Einwasserns zu haben. Das hieß: Fender raus, Leinen vorbereiten, Motorkühlschläuche wieder anschließen, alles durchchecken. Um 10:40 Uhr sagt Harald: du bist dran. Was?! Ok, ich war bereit. Aber wie konnte das passieren? Ganz einach: die perfekte Organisation hat ungelogen einen Takt von 4 – 6 Minuten erzeugt! Schlag auf Schlag ging es und der Parkplatz leerte sich. Zwei Stunden früher als geplant waren alle Schiffe im Wasser. Obwohl zwischendurch zweimal der Gabelstapler kaputt gegangen war. Und das ohne das Brüllen, Gezeter und den Stress, den ich bei einem Gruppenkrantermin in Lübeck mal miterlebt habe. Also ziehe ich an dieser Stelle nochmals meinen Hut.

Die große Nervosität herscht bei mir immer beim ersten Starten des Motors. Tatsächlich sprang er nach wenigen Sekunden an, allerdings mit Warnton und Warnleuchte. Oh nein, sollte ich beim Ölwechsel einen Fehler gemacht haben? Ein Blick ins Handbuch entwarnte mich, tatsächlich bezog sich das Warnsignal auf die Lichtmaschine. Das ist zwar auch nicht gut, aber die beste der drei Möglichkeiten, die anderen Leuchten stehen nämlich für Überhitzung und Öldruckmangel. Die Lichtmaschine funktionierte aber (das kann man an der Spannung sehen), tatsächlich handelte es sich nur um ein Kontaktproblem beim Überwachungskontakt. Abgezogen, gereinigt, drangesteckt, Ruhe.

Der restliche Tag war geprägt von putzen, putzen, putzen. Es ist immer wieder überraschend, wie dreckig das Deck über den Winter wird. Mast vorbereiten, Backskisten aufräumen, Werkzeug sortieren, ausgerauschte Reffleine wieder einziehen, Tee trinken mit Susanne… Leider hat sich der Termin zum Maststellen dann doch ziemlich nach hinten verschoben, erst gegen 18.00 Uhr stand die Palme wieder an Deck. Dann Rigg eintrimmen (Zollstockmethode, immer wieder gut), alle Fallen in die Umlenker fädeln, Segel aufziehen, oh shit schon 19.10 Uhr! Ich wollte an dem Tag unbedingt noch nach Wendtorf überführen, denn am Sonntag war unangenehm viel Wind aus Süd angesagt. Also warf ich im vollen Chaos die Leinen los, Motor an und raste Richtung Kappeln. Um 19.45 Uhr macht die Brücke auf und ich wollte nicht noch eine Stunde verlieren. Unterwegs musste der Autopilot steuern, während ich alles Chaos beseitigte. Brücke erwischt, weiter auf der Schlei. Es wird kalt, so langsam sollte ich mal meine warmen Sachen anziehen. Gottseidank habe ich den Autopilot.

Exakt bei Sonnenuntergang passiere ich Schleimünde. Herrlich. Inzwischen sind auch die Genua-Schoten angeschlagen, ausgerollt, Motor aus, 5 Knoten Fahrt, Kurs Ostbegrenzung Sperrgebiet, und klack: Entspannungsmodus an. Erstaunlich wie schnell es auf See dunkel wird und wie dunkel. Zwar sind die Lichter von Damp und auch der Leuchtturm von Kiel permanent zu sehen. Aber rund ums Boot nicht mal 1 Meter Sichtweite. Ich freue mich über meine neue Kompassbeleuchtung und meine Jeantex Wintersegelhandschuhe und übernehme selbst das Steuer. Bei gemütlichen 8-10 Knoten Wind schaffe ich 5,5 Knoten Fahrt (der Autopilot schafft das tatsächlich nicht, der Mann hat einfach kein Gefühl fürs Boot) und bin mal wieder happy über meine neue Laminat Genua von Sascha Walter!

Das Fahrwasser vor Kiel ist zum Glück kaum befahren. Ich passiere die Grüne Leucht-Heul-Boje und erschaudere bei ihrem gleichmütigen Stöhnen.

Leider bleibt der Wind mir nicht hold. 6 Meilen vor dem Ziel schläft er langsam ein, als ich nichtmal mehr 2,5 Knoten Speed halten kann entschließe ich mich schweren Herzens doch wieder den Motor anzuschalten.

Die Ansteuerung von Wendtorf ist zum Glück leicht, wenn auch etwas gruselig. Das Fahrwasser ist betonnt und beleuchtet, aber sehr schmal. Nur wenige Meter querab ragen Sandbänke deutlich über Wasser – wahrscheinlich die Schüttstelle von den regelmäßigen Baggerungen, die hier gemacht werden müssen. Im riesigen Hafen von Wendtorf suche ich langsam meinen Liegeplatz. Um 01.20 Uhr bin ich fest in einem noch fast komplett leeren Hafen.

Koje.

Die Rückfahrt von Wendtorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert ewig. Taxi nach Laboe; Bus nach Kiel; Zug nach Hamburg. 3,5 h später bin ich zu Hause. In der Zeit wäre ich mit dem Auto schon einmal hin und zurück gefahren. Aber ganz egal, ich freue mich über einen problemlosen, wunderschönen Nachttörn und auf die vor mir liegende, bestimmt genauso schöne, Segelsaison.

Handbreit!

PS: Ich weiß, alle wollen Bilder. Aber ich habe wieder keine gemacht.

Geschrieben von Peter am 18. April 2013 | Abgelegt unter Allgemein,Törns | Ein Kommentar

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Winterarbeit an einem Tag

Lange ist hier nichts mehr passiert.

Tatsächlich haben wir letztes Jahr noch zwei tolle Wochenendtörns gemacht, jeweils nach Aero, einmal Marstal, einmal Söby. Fazit: Marstal gerne wieder, Söby muss nicht sein. Aber der Ritt dorthin war gut, bei 20 bis 25kn Hoch am Wind konnte die neue Genua mal zeigen was sie drauf hat. Wir waren begeistert.

Der lange Winter hat Arbeiten am Boot lange unmöglich gemacht. Wie immer stand piano im Freilager und ich hatte keine Lust bei Minusgraden oder Schnee oder Regen am Boot rumzubasteln. Da morgen der Krantermin ansteht musste ich letztes Wochenende aber dringend ran und siehe da – eitel Sonnenschein belohnt den fleißigen Winterarbeiter. An einem langen Samstag konnte ich einige Punkte von der nimmer-endenden Todo Liste streichen. Nach zweimaligem Antifouling-Anstrich widmete ich mich vor allem den klappernden Kabeln im Mast. Ich hatte direkt am Anfang mal ein Antennenkabel am Spifall hochgezogen, welches uns seitdem schon bei leichtem seitlichen Schwell mit einem nervtötenden Dong-Dong-Dong den Schlaf geraubt hat. Insbesondere Ankern macht so keinen Spaß. Um das Problem zu beheben musste ich den Mastfuß abmontieren. Das war zum Glück leichter als gedacht: 3 Nieten aufgebohrt und mit schwerem Hammer rund herum ordentlich draufgehaun: nach 5 Minuten war das Ding raus. Dann gabs gleich erstmal ein Aha-Erlebnis: Die Fallen waren schon immer erstaunlich schwergängig. Beim Blick in den Mast war auch klar warum: sie waren so oft mit einander vertörnt, dass sie über lange Strecken aneinander gerieben haben. Jetzt mit freiem Blick in den Mast konnte ich das Problem leicht beheben.

Anschließend habe ich das Antennenkabel mit einer Sorgleine rausgezogen und Klapperstopper installiert. Der erste Versuch waren Kabelbinder. Im Abstand von einem Meter werden jeweils drei Kabelbinder sternförmig angebracht und die Enden nicht abgeschnitten. Theoretisch sollte dadurch das Kabel stets in der Mitte des Mastes gehalten werden und kann unmöglich klappern. Praktisch habe ich es kaum fertig gebracht die Kabelbinder so festzuziehen, dass sie sich nicht mehr drehen können. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit aber groß, dass die sternförmige Anordnung mit der Zeit verloren geht und damit auch der Effekt der ganzen Sache. Ansonsten ist es aber eine Low-Cost-Lösung, die bestimmt effektiv ist, wenn man damit mehrere Kabel zusammen bindet, denn dann können die Kabelbinder sich nicht mehr drehen.

Stattdessen habe ich Schaumstoffrohrisolierung benutzt, ich hatte noch Reste. Seitlich aufgeschlitzt ließen sie sich einfach über das Kabel ziehen. Die Arbeit ging damit auch noch ziemlich viel schneller und einfacher als die Kabelbinder. Zu dieser Lösung gibt es nicht mehr viel zu sagen, wie gut sie funktioniert, melde ich morgen nach dem Maststellen.

Kleinigkeiten: Kompassbeleuchtung installiert für besseres Nachtsegeln, Lautsprecher umgehängt, sodass er den Kompass nicht mehr stört.

Weitere Kleinigkeit: piano kann man ab sofort über bootschaft.net mieten! Ab morgen ist sie im Wasser und wartet an ihrem neuen Liegeplatz in Wendtorf darauf, auch anderen interessierten Seglern Freude zu bereiten.

PS: Bilder gibt’s leider keine, dafür war zuviel zu tun!

Geschrieben von Peter am 12. April 2013 | Abgelegt unter Allgemein,Winterarbeit | Keine Kommentare

Eine wunderbare Woche auf der Schlei

Ja wir wissen es. Eigentlich ist man von uns Strecke-machen gewöhnt. 1000 Meilen in 6 Wochen (Lübeck – Oslo – Lübeck) Oder 500 Meilen in  3 Wochen (Kappeln – Rügen – Bornholm – Karlskrona – Småland – Kappeln), das sind die Reisen, die wir mit piano bisher gemacht haben, denn eigentlich sind wir schlecht im dümpeln. Eigentlich haben wir gern ein klares Ziel, das wir mit großen Schritten ansteuern und erreichen. Eigentlich. Doch eigentlich ist es auf der Schlei auch gar nicht so schlecht. Und da wir ab diesem Jahr mit unserem neuen Crew- und Familienmitglied Carl unterwegs sind, war Strecke machen einfach gar keine gute Idee.

Stattdessen beschlossen wir, uns so wenig wie möglich vorzunehmen, um die maximale Entspannung genießen zu können und bloß nicht Gefahr zu laufen, in eine hektische Situation zu kommen. In einer solchen nämlich wäre ich quasi einhand unterwegs. Denn Nina würde sich fast immer um unseren erst gute drei Monate alten Sohn kümmern müssen.

Die “Planlosigkeit” fing in diesem Jahr schon beim Zeitraum der Reise an. Ich hatte keinen Urlaub genommen, sondern einen ganzen Monat Elternzeit, Nina ist ohnehin zu Hause. Das hatte den Charm, dass wir den Wetterbericht in Ruhe beobachten konnten und erst die Sachen ins Auto packten, als ein paar Tage echtes Sommerwetter angesagt war. Das war also am Sonntag, den 22. Juli.  Eigentlich wollten wir nach dem Frühstück zum Boot fahren, alles einräumen und noch am gleichen Tag ablegen. Eigentlich hatte der Wetterbericht auch Westwind mit 3 Windstärken angesagt. Tatsächlich war vor Ort dann eher sowas wie 5 Windstärken. Dann legen wir halt noch nicht ab. Eigentlich auch egal.

023 Statt dessen nutzen wir die piano zwei Tage lang einfach als schwimmendes Ferienhaus. Gar nicht übel zur Eingewöhnung und mit dem Auto vor Ort machten wir Tagesausflüge. Wir spazierten durch das gemütliche Maasholm, besichtigten das Megaprojekt Port Olpenitz und verbrachten einige Zeit in der Innenstadt von Kappeln.

Am Dienstag ließ der Wind endlich wie vorhergesagt nach und wir legten ab, Ziel: Missunde. Wir hatten keine Eile und nur 13sm vor uns, und ließen uns nicht davon stören, dass die knappen zwei Windstärken abwechselnd von vorn (kreuzen) und von achtern (Schmetterling) kamen. Selten stieg die Logge auf über 3 Knoten aber was solls! Gemein war nur, dass der beste Wind gerade einsetzte, als wir eine Dreiviertelstunde vor der Brücke Lindaunis warten mussten. Nach 5 gemütlichen Stunden hatten wir die 13 sm geschafft und legten im beschaulichen Missunde an. Ein hübsches Fleckchen Erde, auch wenn man sagen muss: da gibt es rein gar nix. Ein Campingplatz, Yachtliegeplätze, ein Restaurant und eine Fähre rüber in den “Ort”, in dem es viele Häuser und noch einen Campingplatz und sonst nichts gibt. Gar nichts.

089 Deswegen hat uns hier auch nichts gehalten und am Mittwoch ging es mit fast noch weniger Wind die 6 Meilen rüber nach Schleswig. Wir legten uns in den Stadthafen und waren begeistert. Ein wirklich wunderschöner, moderner und dabei nicht teurer Hafen mit superfreundlichem Personal. Toll! Wäre hier keine Sackgasse, wir würden öfter kommen. Aber auch darüberhinaus lohnt sich der Besuch in Schleswig, denn die Stadt ist wirklich schön und sehr lebendig.

056 Carl hat die Segelei übrigens gut gefallen: die meiste Zeit hat er in seinem Kinderwagenoberteil zwischen den Bänken der Plicht gelegen, dort war er sicher vor Wind und Sonne. Auf einem Boot gibt es praktischerweise viele Möglichkeiten, Spielzeuge an irgendwelche Leinen zu befestigen (so fliegen sie nicht ständig weg) – interessanterweise waren die Leinen selbst dann aber das interessanteste Spielzeug. Und Wickeln auf dem Salontisch ist auch das größte :)

Donnerstag bekamen wir Besuch von den Großeltern aus Hamburg und genossen gemeinsam den Windarmen und Sonnenreichen Tag. Wir fuhren eine gute Meile aus dem Hafen raus, warfen den Anker und benutzen die piano als Badesteg.

Am Freitag traten wir den Rückweg an. Wir segelten bis zur Missunder Enge und motorten den Rest der Strecke, da entgegen jeder Vorhersage der Wind nicht aus Südost sondern aus Nordost kam und kreuzen im engen Schleifahrwasser zwar möglich ist, mit dem Baby an Bord aber sehr anstrengend geworden wäre. Kurz spielten wir mit dem Gedanken, nicht nach Kopperby, sondern bis Schleimünde zu fahren und von dort aus weiter in die dänische Südsee. Leider waren aber fürs Wochenende starker Regen und Gewitter angesagt und wir wollten uns die Tiefenentspannung und den Urlaubsgenuss nicht verderben. Darum hörten wir vernünftiger Weise auf, als es am schönsten war und fuhren mit wundervollen Erinnerungen an den ersten Segelurlaub zu dritt wieder nach Hause.

Geschrieben von Peter am 8. August 2012 | Abgelegt unter Allgemein,Törns | Kommentare deaktiviert

Schwesterschiff zum Verkauf

Es wird etwa 2008 gewesen sein, als ich mit der Etap 21i Oddny vom ASV Zwischenstopp in Glückstadt gemacht habe und – wie so oft – über die Stege gegangen bin und Boote angeguckt habe. Hinten in der Ecke lag ein Boot, was mich schwer beeindruckt hat. Augenscheinlich nicht sehr groß, und dennoch sah es nach einer richtigen Yacht aus. Das Teakdeck lud ein, an Deck zu liegen, die vielen Winschen zeugten davon, dass das Schiff zum richtigen Segeln gebaut ist. “So ein Schiff könnte es mal sein”, dachte ich mir und schrieb mir den Schiffstyp, der zum Glück seitlich am Aufbau stand, auf: Colvic UFO 27.

Immer mal wieder bin ich in der darauffolgenden Zeit ins Stöbern geraten und habe die drei Worte bei Google eingegeben, bis schließlich das Angebot für die piano in den Suchergebnissen auftauchte. Wenige Wochen später hatte ich die piano gekauft und wer hier fleißig mitliest, weiß, wieviele schöne Wochen und Wochenenden wir schon auf diesem Boot verbracht haben.

Der Stein des Anstoßes, die Seewauwi aus Glückstadt, steht nun zum Verkauf. Mit piano ist das Schiff dennoch schwer zu vergleichen: sie wurde vor einigen Jahren komplett entkernt und neu ausgebaut, hat einen neuen Kiel, ein neues Ruder, ein besseres Rigg. Wer auf der Suche nach einer wirklich schönen, perfekt gepflegten, schnellen aber nicht so großen Fahrtenyacht ist, der kann sich en Detail auf der folgenden Webseite informieren: http://colvicufo27.jimdo.com/

Achso und wer Reiseberichte von der piano vermisst – bisher ist wirklich noch nicht viel passiert!! Wir warten zur Zeit auf gutes Wetter. Im Moment sieht es ganz gut aus, dass wir ab Sonntag die Schlei unsicher machen.

Geschrieben von Peter am 19. Juli 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Zurück im Wasser

Am Sonntag, den 01. April ist die piano endlich wieder in ihr Element gekommen. Trotz des starken Windes hat alles hervorragend geklappt, nach 1,5 Minuten Anlasserdrehen ist dann auch der Motor ohne weiteres angesprungen. Danke nochmal an Nico für die Hilfe beim Verholen in die Box! Meine größte Sorge hat sich nun auch wieder erledigt: Der Motor erreicht wieder volle Schubkraft. Tatsächlich war scheinbar nur der Pockenbewuchs Schuld daran, dass ich statt sonst 5.6kn nur noch 3kn geschafft habe.

Nach einigem Klarieren, Rigg neu einstellen und Putzen hat sich Susanne, die eigentlich gerade beim Antifouling Streichen ihres eigenen Schiffes war, gewagt, mit mir einen kurzen Schlag zu machen. Es war ganz ordentlicher Wind – ich bin schlecht im Schätzen, aber Windstärke 6 war es mindestens. So reichte die kleine Genua um uns einen schönen halbstündigen Spaß zu bescheren, einmal an Arnis vorbei und zurück. Das Anlegemanöver war ein bisschen abenteuerlich, denn bei dem Wind ist das nicht immer so einfach. Aber dank der erfahrenen Seefrau Susanne haben wir auch das in den Griff bekommen.

Zum Vergnügen hier eine kleine Videozusammenfassung:

Geschrieben von Peter am 5. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Klar zum Einwassern!

Der letzte Tag der Winterarbeit bot uns wahres Kaiserwetter. Zwar bescherte uns bei Ankunft in Kopperby gegen 10.00 Uhr noch Hochnebel frische Temperaturen um 6°C, aber schon eine Stunde später hatten wir uns aller Pullover und Jacken entledigt und dsc_0417 schwitzten in schönstem Sonnenschein. Schwiegerpapa Jan kümmert sich nochmals um den Rumpf, der wohl noch nie mehr Liebe bei der Politur und dem anschließenden Wachsgang erfahren hat (Zahnarzt eben :) ). Der rote Streifen am Heck, vormals ziemlich ausgeblichen, erstrahlt jetzt tatsächlich wieder im gleichen Farbton wie der an den Seiten.

Ich widmete mich – mal wieder – dem Vorschiff. Schon zu Hause hatte ich die Armaflexplatten zugeschnitten und auf der Terrasse mit einem Abfallstück einen kleinen Klebtest durchgeführt. Wow, die selbstklebende Rückseite hält stärker am Untergrund, als das Material in sich. Das ist super für die Haltbarkeit der Verklebung, machte mich aber auch einigermaßen nervös, da es bedeutete, dass ich nur einen einzigen Versuch hatte und nicht mehr nachträglich korrigieren kann.

Komplett ausgekleidet mit Armaflex Trotz aller Befürchtungen war die Verklebung aber vollkommen problemlos. Das Material ist etwas elastisch, wodurch man es perfekt in alle Ecken ziehen kann (bevor man es aufklebt natürlich). Und nachdem alle Wände und die Decke damit beklebt waren, war es schon wieder etwas gemütlicher und weniger Baustelle im Vorschiff – wenn auch die schwarze Farbe eine recht düstere Atmosphäre verursacht hat.

Nächster Schritt: das Wandtextil. Auch hier war ich im Vorhinein etwas nervös, denn ich machte mir viele Gedanken, wie ich es schaffen würde, die weiße Oberfläche nicht mit dem Kleber in Berührung kommen zu lassen. Ich hatte noch die Schweinerei in Erinnerung, die der dsc_0420 Styroporkleber verursacht hatte. Aber auch das war alles kein Problem. Der Dispersionskleber wurde mit der Rolle dünn auf das Armaflex aufgetragen und durfte dann 40 Minuten ablüften. Anschließend habe ich das erste Stück Stoff aufgeklebt – vorsichtshalber das kleinste. Und, was soll ich sagen, das ging absolut problemlos, blasenfrei, plan und fest. Mit dem Cutter Messer konnte ich ohne weiteres die überstehenden Kanten abschneiden und so eine nahezu perfekte Passform erreichen.

In der Ablüftzeit widmete ich mich anderen, kleineren Aufgaben: ich habe einen Teil der Bilge neu gestrichen, der kaum noch sauber zu halten war, den Salon geputzt, sodass die Polster jetzt wieder rein können und reichlich Schnack gehalten mit Nico und Birte, die auch wieder an ihrem Unterwasserschiff zu Gange waren.

Um 19.00 Uhr dann: fertig. Naja, fast, da das Cuttermesser zum Ende stumpf war, konnte ich nicht mehr alle Überstände abschneiden. Aber das macht nix.Alles klebt, sieht super aus und ich freu mich schon darauf, bald testen zu können, wie gut das Klima im Vorschiff jetzt ist.

Eine interessante Entdeckung von Nico und Birte von der TamTam ist aber noch erwähnenswert: Unsere Salinge sind falschrum! Mir ist es nie aufgefallen, aber tatsächlich, wenn man genau hinsieht, stellt man fest, dass die Backbord- und Steuerbordsaling vertauscht sind. Zwar sind sie nicht stark gepfeilt, dennoch werden die Oberwanten dadurch leicht nach vorn, statt nach achtern gedrückt. Ungünstig, dass der Mast steht, aber ich denke es ist nicht unmöglich, sie dennoch zu tauschen. Das wird noch eine interessante Aufgabe nach dem Kranen! Und vielleicht, ja vielleicht wird aus der piano ja dann auch die “Kreuzmaschine”, als die die UFO 27 eigentlich berüchtigt ist..

Korrektur: scheinbar ist das normal.. zumindest habe ich einige Fotos von Schwesterschiffen gesehen, bei denen die Salinge genauso “falschrum” montiert sind.

Das wars wieder mit dem Winter. Kommenden Sonntag geht’s endlich wieder ins Wasser. Vorher muss ich nur noch den Propeller wieder montieren, aber das sollte ruckzuck gehen.

Juhu! Alles erledigt! Danke nochmal an alle fleißigen Helfer der letzten Wochenenden, ohne euch hätte das nicht geklappt.

Geschrieben von Peter am 25. März 2012 | Abgelegt unter Winterarbeit | Kommentare deaktiviert

Viel zu tun im Winter

Der Winter 2011/2012 war wieder voller Arbeit am Boot, deutlich mehr, als ich eigentlich geplant hatte, und leider ist auch längst noch nicht alles abgeschlossen.

Nachdem ich die Sperrholzverkleidung im Vorschiff kurzerhand komplett rausgerissen hatte, weil sie von hinten vergammelt war, musste eine neue Lösung gefunden werden. Zugunsten des Klimas im Vorschiff habe ich mich entschieden, eine textile Wandverkleidung einzukleben. Die ist von der Oberfläche her atmungsaktiv und soll verhindern, dass – wie bisher – nach jeder Nacht, in der wir die Luke dsc_0139 geschlossen halten mussten, unsere Schlafkammer einer Tropfsteinhöhle gleicht. Den ganzen Beitrag lesen »

Geschrieben von Peter am 19. März 2012 | Abgelegt unter Winterarbeit | 2 Kommentare

ungeplanter Ausflug an die Schlei

Nun hat es sich doch wirklich mal ausgezahlt, dass ich die Adresse dieser Seite unter dem Bootsnamen am Rumpf kleben hab. Wie sonst hätte mich Stefan, ein Stegnachbar, dsc_0597 dessen Bekanntschaft ich bisher nicht gemacht hatte, gestern so schnell erreichen können, um mir mitzuteilen, dass meine Winterplane die letzten Stürme nicht überstanden hat. An dieser Stelle nochmal tausend Dank – wenn ich den Samstag auch wahrlich schöner hätte verbringen können. Denn allein der Weg an die Schlei war heute ziemlich beschwerlich. Aber was muss das muss, also musste es. Den ganzen Beitrag lesen »

Geschrieben von Peter am 11. Dezember 2011 | Abgelegt unter Winterarbeit | Kommentare deaktiviert

Rasender Saisonabschluss

Wie schnell vergeht die Zeit? Gerade noch habe ich das Boot von Harburg zu den Landungsbrücken überführt, mich darüber gefreut, wie effektiv der neue Propeller wirkt und herausgefunden, wie man die piano auch hoch am Wind schnell segelt – und schon steht sie wieder an Land.

dsc_0007-1 Zum Glück hielt der Oktober noch ein paar schöne Tage für uns bereit. Zusammen mit Marius und Tobi beschloss ich, uns noch ein letztes Mal für dieses Jahr ordentlich den Wind um die Nase pusten zu lassen. Die Wettervorhersage war grandios: Freitag, bei leicht bedecktem Himmel, 5 bft in Böen etwas mehr aus Südwest. Den ganzen Beitrag lesen »

Geschrieben von Peter am 25. Oktober 2011 | Abgelegt unter Allgemein,Törns | Kommentare deaktiviert

Und… zurück!

Tja, nun kommt schon der letzte Artikel über unsere Sommerreise, ich sitze wieder an meinem Schreibtisch in Hamburg, sehe draußen die Böen durch die Bäume schießen und muss dabei nicht mehr das leichte Wackeln des Bootes ausgleichen. Im Gegenteil, heute morgen beim Aufwachen mussten wir uns erstmal daran gewöhnen, dass nichts mehr schwankte. Aber wir konnten ausschlafen und das war herrlich, denn an Bord klappt das nicht immer. Es gibt immer wieder kleine Störquellen, die den Schlaf unterbrechen, sei es das Klappern einer Leine am Mast, das hin und herrollen von irgendeiner Flasche oder Dose auf dem Boden, die Stegnachbarn, die schon um 5 Uhr ihren morgentlichen Schnack halten oder der Besitzer des fetten Motorboots, der in 20m Entfernung früh um sieben auf einen freien Tankstellenplatz wartet und sein Boot doch tatsächlich mit einer Dauerbetätigung des Bugstrahlruders auf Position hält. Aber in Smygehamn haben wir eine neue, uns bisher unbekannte Geräuschquelle erfahren. Plötzlich lagen wir beide wach, denn es klang ganz eindeutig so, als würde jemand einen Rollkoffer über unser Deck ziehen. Einen Rollkoffer! Auf einem Boot! Na so ein Quatsch, das stimmte natürlich nicht. Und mein Kontrollgang an Deck brachte zunächst den Störenfried auch nicht zu Tage. Erst ein Blick ins Wasser klärte auf. Riesenstürme von Blasen blubberten aus dem Grund an die Wasseroberfläche, und zwar mit einer Geschwindigkeit, dass ihr Trommeln am Rumpf eben dieses Geräusch verursachte. Der Grund für die Bläschen sind Faulgase, die aus dem Boden aufsteigen. Und ja, genauso eklig wie dieses Wort klingt, riecht es danach dann auch.

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Geschrieben von Peter am 29. Juli 2011 | Abgelegt unter Südliche Ostsee,Törns | Ein Kommentar

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