Ein paar Schärentage
Das tat gut! In Karlskrona wurde ordentlich eingekauft, Wasser aufgefüllt, das Boot gewaschen und wir geduscht, die klammen Bettpolster und Bettwäsche in der Sonne getrocknet. Dann noch ein kleines Eis auf dem Marktplatz von Karlskrona und weiter ging die Fahrt, um die Nacht an einer der schönen Schären und ohne Hafengebühr zu verbringen.
Unser Ziel war Hästholmsfjärden, ca. 10sm westlich von Karlskrona. Doch kurz vor dem Ziel gab es noch die niedrige Hasslö-Brücke, die laut unserer Seekarte um 16Uhr das letzte Mal am Tag öffnen sollte. Es war schon 19Uhr und wir sahen aus der Ferne, dass sie sich trotzdem gerade öffnete…Vielleicht haben wir Glück und sie würde noch einmal für uns aufgehen? Und tatsächlich: nach einem kurzen Telefonat mit dem
Brückenwärter erfuhren wir, um 20 Uhr sei die letzte Öffnung. Also fuhren wir noch 25min vor der Brücke im Kreis herum um dann in den Hästholmsfjärden einzufahren. Das Warten hatte sich gelohnt und nach drei Versuchen, es war jeweils im letzten Moment doch zu flach, legten wir mit Heckanker an einer einsamen Schäre an.
Nach einer entspannten Nacht und einem schönen Frühstück ging es weiter nach Ekenäs, einem kleinen Villenvorort von Ronneby. Die Fahrt ging durch die Schären, wunderschön mit Wind und ohne Wellen, was mich besonders erfreute! Diese
Fahrten durch das enge Fahrwasser zwischen den Schären sind so faszinierend! Zwar erfordern die vielen Steine und engen Windungen ständige Aufmerksamkeit, gleichzeitig ist das aber natürlich bedeutend abwechslungsreicher, als die langen Schläge über die offene See. Die Schären der Region Blekinge unterscheiden sich von den westlichen nördlich von Göteborg dadurch, dass sie viel mehr bewachsen sind. Alles ist tiefgrün! Die Villen, alle mit eigenem Bootssteg, hätten wir sofort genommen.
Nach einer kleinen Rundfahrt tankten wir noch kurz und machten uns wieder auf den Weg, um eine Schäre für die Nacht zu finden. An Tjärö konnten wir sogar seitlich anlegen, so steil ging die Schäre ins Wasser! Wir wanderten noch ein bisschen über die Insel, ganz begeistert von dieser Idylle: ein paar rote Holzhäuser, vermietet an Sommergäste, eine Herde Schafe, rund um die Insel Boote vor Anker und eine Gruppe Kanuten, die ihr Zelt am Ufer aufbauten.
Hier könnten wir noch Tage verbringen, aber am nächsten Tag gings für uns wieder weiter in Richtung Süden zur Insel Hanö. Eine rasante Überfahrt nur unter Genua mit 5 Windstärken von Achtern und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 6 Knoten! Wir mussten uns auch beeilen, denn es war auch noch Starkregen angekündigt. Hanö ist eine wirklich wunderschöne kleine Insel mit 60 Bewohnern, 230 verschiedenen Blumenarten und etwa 200
Dammhirschen! Es regnete noch nicht und wir beschließen die Insel ein bisschen zu erkunden, wanderten zum Leuchtturm, der das stärkste Licht der ganzen Ostsee sein soll und laut einer Sage damit einen Drachen zum Erblinden gebracht hat, der nun als riesiger Steinklumpen neben dem Leutturm zu bewundern ist. Probieren ein paar Hirsche zu fotografieren. Und dann geht der Regen plötzlich doch los, wir rennen zurück zum Schiff und spielen eine Runde “Pandemie” und trinken Tee. Der Regen verschwindet wieder und wir wagen einen zweiten
Versuch, bewundern die unendlich vielen schönen Gärten mit den Holzhäusern und ein paar schreiende Möwen, wandern noch zu einer alten Grabstätte, da beginnt der Starkregen erneut! Wieder rennen wir zum Schiff und fangen nun erstmal an Risotto zu kochen. Vielleicht wagen wir uns später noch einmal hinaus? Oder wir hoffen, dass die Wettervorhersage stimmt und wir morgen mit Sonne und mäßigem Wind aus Westen aufwachen, um weiter nach Skillinge zu segeln.

