Klar zum Einwassern!
Der letzte Tag der Winterarbeit bot uns wahres Kaiserwetter. Zwar bescherte uns bei Ankunft in Kopperby gegen 10.00 Uhr noch Hochnebel frische Temperaturen um 6°C, aber schon eine Stunde später hatten wir uns aller Pullover und Jacken entledigt und
schwitzten in schönstem Sonnenschein. Schwiegerpapa Jan kümmert sich nochmals um den Rumpf, der wohl noch nie mehr Liebe bei der Politur und dem anschließenden Wachsgang erfahren hat (Zahnarzt eben
). Der rote Streifen am Heck, vormals ziemlich ausgeblichen, erstrahlt jetzt tatsächlich wieder im gleichen Farbton wie der an den Seiten.
Ich widmete mich – mal wieder – dem Vorschiff. Schon zu Hause hatte ich die Armaflexplatten zugeschnitten und auf der Terrasse mit einem Abfallstück einen kleinen Klebtest durchgeführt. Wow, die selbstklebende Rückseite hält stärker am Untergrund, als das Material in sich. Das ist super für die Haltbarkeit der Verklebung, machte mich aber auch einigermaßen nervös, da es bedeutete, dass ich nur einen einzigen Versuch hatte und nicht mehr nachträglich korrigieren kann.
Trotz aller Befürchtungen war die Verklebung aber vollkommen problemlos. Das Material ist etwas elastisch, wodurch man es perfekt in alle Ecken ziehen kann (bevor man es aufklebt natürlich). Und nachdem alle Wände und die Decke damit beklebt waren, war es schon wieder etwas gemütlicher und weniger Baustelle im Vorschiff – wenn auch die schwarze Farbe eine recht düstere Atmosphäre verursacht hat.
Nächster Schritt: das Wandtextil. Auch hier war ich im Vorhinein etwas nervös, denn ich machte mir viele Gedanken, wie ich es schaffen würde, die weiße Oberfläche nicht mit dem Kleber in Berührung kommen zu lassen. Ich hatte noch die Schweinerei in Erinnerung, die der
Styroporkleber verursacht hatte. Aber auch das war alles kein Problem. Der Dispersionskleber wurde mit der Rolle dünn auf das Armaflex aufgetragen und durfte dann 40 Minuten ablüften. Anschließend habe ich das erste Stück Stoff aufgeklebt – vorsichtshalber das kleinste. Und, was soll ich sagen, das ging absolut problemlos, blasenfrei, plan und fest. Mit dem Cutter Messer konnte ich ohne weiteres die überstehenden Kanten abschneiden und so eine nahezu perfekte Passform erreichen.
In der Ablüftzeit widmete ich mich anderen, kleineren Aufgaben: ich habe einen Teil der Bilge neu gestrichen, der kaum noch sauber zu halten war, den Salon geputzt, sodass die Polster jetzt wieder rein können und reichlich Schnack gehalten mit Nico und Birte, die auch wieder an ihrem Unterwasserschiff zu Gange waren.
Um 19.00 Uhr dann: fertig. Naja, fast, da das Cuttermesser zum Ende stumpf war, konnte ich nicht mehr alle Überstände abschneiden. Aber das macht nix.Alles klebt, sieht super aus und ich freu mich schon darauf, bald testen zu können, wie gut das Klima im Vorschiff jetzt ist.
Eine interessante Entdeckung von Nico und Birte von der TamTam ist aber noch erwähnenswert: Unsere Salinge sind falschrum! Mir ist es nie aufgefallen, aber tatsächlich, wenn man genau hinsieht, stellt man fest, dass die Backbord- und Steuerbordsaling vertauscht sind. Zwar sind sie nicht stark gepfeilt, dennoch werden die Oberwanten dadurch leicht nach vorn, statt nach achtern gedrückt. Ungünstig, dass der Mast steht, aber ich denke es ist nicht unmöglich, sie dennoch zu tauschen. Das wird noch eine interessante Aufgabe nach dem Kranen! Und vielleicht, ja vielleicht wird aus der piano ja dann auch die “Kreuzmaschine”, als die die UFO 27 eigentlich berüchtigt ist..
Korrektur: scheinbar ist das normal.. zumindest habe ich einige Fotos von Schwesterschiffen gesehen, bei denen die Salinge genauso “falschrum” montiert sind.
Das wars wieder mit dem Winter. Kommenden Sonntag geht’s endlich wieder ins Wasser. Vorher muss ich nur noch den Propeller wieder montieren, aber das sollte ruckzuck gehen.
Juhu! Alles erledigt! Danke nochmal an alle fleißigen Helfer der letzten Wochenenden, ohne euch hätte das nicht geklappt.