Viel zu tun im Winter

Der Winter 2011/2012 war wieder voller Arbeit am Boot, deutlich mehr, als ich eigentlich geplant hatte, und leider ist auch längst noch nicht alles abgeschlossen.

Nachdem ich die Sperrholzverkleidung im Vorschiff kurzerhand komplett rausgerissen hatte, weil sie von hinten vergammelt war, musste eine neue Lösung gefunden werden. Zugunsten des Klimas im Vorschiff habe ich mich entschieden, eine textile Wandverkleidung einzukleben. Die ist von der Oberfläche her atmungsaktiv und soll verhindern, dass – wie bisher – nach jeder Nacht, in der wir die Luke dsc_0139 geschlossen halten mussten, unsere Schlafkammer einer Tropfsteinhöhle gleicht. Soweit so gut, nur leider ist die innere Oberfläche im Boot nicht so glatt, dass man eine Wandverkleidung dort direkt verkleben könnte. Es bedarf einer Begradigung und da fangen die Probleme schon an. Weil der Stoff bereits ziemlich teuer ist, wollte ich für diese Grundierung nicht auch noch so viel Geld ausgeben. Nach langen Recherchen und Überlegungen habe ich mich entschlossen, 10mm Styroporplatten zu verkleben, denn die sind billig (0,70€ pro Quadratmeter) und flexibel genug, um an die Rundungen des Rumpfes angepasst zu werden.

dsc_0339 Bei meinem letzten Besuch in Kopperby habe ich dies dann wahr gemacht: ca 8qm Styroporplatten habe ich zugeschnitten, und mit entsprechendem Styroporkleber flächig verklebt. Mit einem scharfen Cuttermesser war der Zuschnitt problemlos, und so konnte ich die gesamte Auskleidung an einem Nachmittag relativ problemlos erledigen.

Die Ernüchterung kam am vergangenem Samstag: eigentlich wollte ich jetzt das Wandtextil aufkleben. Doch der Styroporkleber ist überhaupt nicht getrocknet, ich konnte die Platten selbst nach über 3 Wochen Trocknungszeit wie Sticker wieder von der Wand abziehen. Schöne Scheiße. Statt die Baustelle im Vorschiff wieder in ein gemütliches Schlafgemach zu verwandeln, habe ich zusammen mit Lella stattdessen den ganzen Nachmittag damit verbracht, die Kleberreste wieder zu entfernen. Wer billig kauft, kauft zweimal, dieser Spruch passt mal wieder perfekt. Inzwischen ist bereits eine Lieferung 10mm Armaflex Platten auf dem Weg zu mir. Nach allen Recherchen das non-plus-ultra. Und das kostet dann direkt 16 Euro pro Quadratmeter. Aber was solls, auf noch so eine halbe Lösung habe ich keine Lust.

Die nächste Baustelle über den Winter war der Propeller. Der ist nagelneu – ich habe ihn erst im März 2011 montiert. Aber leider war er schwarz lackiert. Was schick aussieht, hat auch den Seepocken gefallen, die ihn so zugewuchert haben, dass wir unter Motor zuletzt nur noch 3kn statt 5,6kn geschafft haben. Viele Meinungen und Möglichkeiten gibt es, um den Propeller vor Bewuchs zu schützen. Ich habe mich dazu entschlossen, den Propeller einfach blank zu polieren. Mit einer Reinigungsscheibe ließ sich die Farbbeschichtung ohne weiteres entfernen. Per Hand habe ich die Oberfläche dann glatt geschliffen, die abschließende Politur mit Maschine folgt nun nächste Woche.

Aber natürlich ist das längst nicht alles. Die übliche Winterarbeit am Unterwasserschiff und am Rumpf fehlte ja auch noch, und der 003 Krantermin ist nun schon in zwei Wochen. Zum Glück kann ich auf meine Freunde zählen: Marius, Lella und Lotta erklärten sich bereit, mir an diesem Samstag zur Hand zu gehen. So packten wir früh die Sachen und düsten gen Kopperby. Schnell waren die Aufgaben verteilt: Lotta hat die Pockenreste vom Unterwasserschiff geschliffen, Marius den Rumpf gewaschen, Lella und ich haben uns dem Vorschiff (mit dem oben beschriebenen Erfolg) und der (dritten?) Abdichtung des Vorluks gewidmet. Das Wetter war zwar nicht gerade grandios, aber okay, und im Winterlager war ganz schön was los. Johannes und Cati von der Gipsy Girl und Nico und Birte von der TamTam hatten auch einiges zu tun, später stieß als Zaungast auch noch Dirk dazu.

007 In der Mittagspause haben wir zum ersten Mal in diesem Jahr den Grill angeworfen und anschließend die Aufgaben neu gemischt: Lotta hat das komplette Antifouling gestrichen, Marius und ich haben den Rumpf poliert und Lella hat das Dreck-Chaos im Vorschiff beseitigt, das wir verursacht haben, als wir die Kleberreste abgespachtelt haben..

Klingt nach viel Arbeit – war es auch. Ich bin unendlich dankbar, die drei tatkräftigen Helfer gehabt zu haben. Jetzt kann das Boot ohne Weiteres ins Wasser. Vielleicht schaffe ich es vorher ja sogar noch, dem Rumpf eine schützende Wachsschicht zu verpassen.

Geschrieben von Peter am 19. März 2012 | Abgelegt unter Winterarbeit | 2 Kommentare

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2 Kommentare zu “Viel zu tun im Winter”

  1. Jan Prahmam 19. März 2012 um 10:25 Link zum Kommentar

    Hallo Peter,
    das mit dem Styropor hätte ich sowieso kritisch gesehen. Das Problem bei solchen Materialien ist, daß sich zwischen der Innenseite der Bordwand und dem Styropor unweigerlich Kondenswasser bildet. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Das Problem ist, daß hier dann Schimmel entsteht. Man muß also dafür sorgen, daß dieses Kondenswasser dort wieder weg kann. Es muß also entweder abgelüftet werden. Das kann man mit einer Holzwegerung erreichen. Oder das Isoliermaterial ist kapillaraktiv und saugt das Kondenswasser auf und gibt es in den Innenraum wieder ab.
    Das Material, das Du Dir bestellt hast, kenne ich nicht. Daher kann ich Dir nur dringend raten, zu prüfen, ob es atmungsaktiv ist.
    Viele Grüße, Jan

  2. Peteram 19. März 2012 um 10:30 Link zum Kommentar

    Das ist richtig, entscheidend ist deswegen, dass die Verklebung vollkommen flächig ist. ich hatte gehofft, das mit dem Styropor und entsprechend dicker Kleberschicht bewerkstelligen zu können. Aber leider Pustekuchen.

    Laut sämtlichen Bootsforen und auch VW-Bus Foren die ich durchforstet habe ist Armaflex das Material der Wahl. Ich werde mal berichten, wie es ist :)